Sonntag, 22. Juni 2014

Meteor im Frankenthal gesichtet

Gott verdammt, ist wirklich schon wieder eine Woche um? Be- und zugleich auch verachtenswert, wie schnell die Zeit verstreichen kann, während man es völlig verbummelt, sein Versprechen einzuhalten. Naja, seht es positiv, jetzt wisst ihr, in dieser Hinsicht gibt es garantiert einen Menschen, der sowas schlechter handhabt als ihr. Und ich sehe es positiv, weil ich eine Menge, und ich meine eine verflixt-und-zugenähte Riesenmenge, an mir verbessern kann.

Jetzt direkt ein neues Versprechen abzugeben, hätte wohl absolut keinen Wert. Sagen wir einfach, der Upload-Plan wird kommende Woche immer noch durcheinander sein und vermutlich nicht die vorhergesehene Anzahl an Posts enthalten. Ob mehr oder weniger sage ich diesmal nicht. Wenn euch das auf die Nerven geht, kann ich euch zu 100 % verstehen. 

Mein ernstgemeinter Vorschlag: Kommt in einem Monat wieder und seht, ob sich die Lage gebessert hat. Wenn ich es dann immer noch nicht auf die Reihe gekriegt habe, habe ich es auch nicht verdient, euch als Leser zu haben.

Falls ihr neu sein solltet, hoffe ich, dass ich euch nicht gerade verschreckt habe. Herzlich Willkommen an Bord unseres kleinen Alltagswahnsinns-Schiffes, schnuppert erst mal ein wenig die frische Seeluft, klettert zum Ausguck, schaut, ob euch gefällt, was ihr seht. Vielleicht schippern wir ja eine Weile zusammen auf See.

Ich habe keine Ahnung, wo diese Analogie auf einmal herkommt, dieser Blog hat nichts mit Piraten oder Seefahrern zu tun. Nicht das Geringste. Aber Piraten sind cool. Also meinte mein Kopf wohl, das müssen wir irgendwo unterbringen. Gut Hirn, ist hiermit getan. Können wir jetzt wieder mit dem normalen Programm weitermachen?

Normal heißt in diesem Fall Verschwörungstheorie-Dienstag. Falls ihr gerne informiert seid und wissen wollt, worum es geht, in dieser Richtung geht es zur Kurzbeschreibung des VT-Dienstags. Alle andere können sich jetzt direkt ins Abenteuer stürzen mit der...

Verschwörungstheorie Nummer 1

Ich bin mir sicher, ich bin nicht der einzige, bei dem schon der eine oder andere Plan daneben gegangen ist. Das Problem haben viele. An erster Stelle zu nennen wäre hier wohl... 

http://de.wikipedia.org/wiki/Brandfördernde_Stoffe.

Sie brennen selbst nicht, fördern aber den Ausbruch eines Feuers. Die Rede ist von bösen Buben, wie Sauerstoff, Kaliumchlorat und Peroxiden. Ist das nicht eine unglaublich traurige Vorstellung? Stellt euch mal vor, der liebe Fritz Kaliumchlorat will seinem (übrigens adligem) Freund Ast von Baum eine Geburtstagtorte mir ganz großen Kerzen schenken. Bei der Übergabe fängt Ast von Baum plötzlich an zu brennen. Soetwas tötet den Ast. Das wäre ein sehr trauriger Tag für Fritz Kaliumchlorat, zum Glück ist das nur in unserer Vorstellung passiert. Ihr werdet lachen, wenn ich euch erzähle, dass es tatsächlich schon mal ein sehr ähnlichen Vorkommnis gab. Und zwar mit...

der http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kulturdenkmäler_in_Frankenthal_(Pfalz).

Lasst mich den großen Schock gleich vorwegnehmen: Abgebrannt, alle abgebrannt. Irgendsoein dummes Peroxid dachte, es wäre eine gute Idee, eine runde Fußball mit den Denkmälern zu spielen... Mit einem Feuerball!


Gleich nur noch Schutt und Asche.

Das Peroxid hat im Einzelhandel-Sportfachgeschäft nicht aufgepasst. Der Hinweis: "Achtung brennender Feuerball, kann bei Nicht-Brandfördernden-Stoffen Entzündung hervorrufen" hätte vielen Denkmälern das Leben retten sollen, doch das Peroxid konnte nicht lesen. Über 4 Quadrillionen Peroxide in Deutschland können nicht lesen und schreiben. Schreib dich nicht ab! Lern lesen und schreiben.

Verschwörungstheorie Nummer 2:

Manchmal klappt aber auch einfach alles, was man sich vorgenommen hat. Der Plan geht auf. Die...

http://de.wikipedia.org/wiki/Auswerfer

werden heute die Bestandteile von Schusswaffen bezeichnet, die die leeren Patronenhülsen auswerfen. Früher hat man unter Auswerfen aber noch etwas ganz Anderes verstanden. Ausgeworfen wurden damals nämlich...

http://de.wikipedia.org/wiki/Konfliktkosten 

Simple und kurze Geschichte. Früher war das mit den Konflikten noch anders. Heute braucht man einen Anwalt, einen Audioaufnahme, einen Augenzeugen und eine Schachtel Bestechungspralinen für den Anwalt, wenn man plant, seinen Nachbarn zur Rechenschaft zu ziehen, weil er mit Beleidigungen um sich geschmissen hat. All diese Schritte machen es fast unmöglich, dass so ein Plan problemlos aufgeht. 
Vor ein paar Jahrhunderten hat man noch all diese Schritte übersprungen. Wenn man den Nachbarn zur Rechenschaft ziehen wollte, dann hat man sich ein Stück Holz oder den adligen Freund Ast von Baum geschnappt und ihm dem Streithahn über die Rübe gezogen. Plan erfolgreich, Rache errungen. Im Volksmund wird diese etwas ruppige Art der Rache auch Auswerfen der Konfliktkosten genannt.

Und fertig ist dieser ruppige, brennende, Verschwörungstheorie-Dienstag. Applaus an dieser Stelle für unseren Freund Ast von Baum, er musste einiges mitmachen. Ich finde es faszinierend, dass der Photoshop diesmal genauso leicht wie der letzte war, aber viel besser aussieht. Das macht wirklich Spaß. Dienstags freue ich mich auf interessante Kombinationen und entsprechende Bilder, montags freue ich mich, dass ich einfach so losblubbern kann, ohne viel Vorbereitung, samstags freue ich mich darauf, meine Geschichte weiterschreiben zu können. Nur Donnerstags ist nicht so toll. Ich benötigte die meiste Recherche und habe den wenigsten Spaß. Interessant bleibt es aber trotzdem. Ich weiß nicht, was ich aus dem Klugscheißer-Donnerstag machen soll.

Schöne Schlussworte: "Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird." - Winston Churchill

P.S.: Das Bild vom Denkmal ist nicht wirklich eines aus der Liste, da habe ich leider keine Passenden von gefunden.

Montag, 16. Juni 2014

Fußballfreie Zone

Hallo, ihr Autohupenlärmertrager.

Jetzt ist es also wieder soweit, eine Fußball-WM steht an. Wir können noch so sehr versuchen, dem Hype zu entkommen, es gelingt uns nicht. Fähnchen auf dem Auto, Fähnchen auf dem Balkon, Fähnchen im Gesicht, Fähnchen auf den Fähnchen - die Leute schrecken vor nichts zurück. Wenn man sich so wirklich gar nicht dafür interessiert, kann das schon ganz schön nervig sein. Glücklicherweise ist dieses Exemplar von Mensch ziemlich rar. Auch der größte Sportmuffel wird in Deutschland während der WM zum mitfiebernden Fan. Arbeitgeber erlauben früher Feierabend zu machen, zerstrittene Familien finden sich zusammen vor dem Fernseher ein und rundherum wirkt jeder ein bisschen glücklicher. So nervig dieser WM-Kram auch sein mag, er bringt auch ein bisschen Magie mit sich. Und so lange die Vuvuzela nicht ihre Wiederauferstehung feiert, kann ich mich damit abfinden.

Hier jedenfalls wird es fußballfrei bleiben. Hier geht es um Worte, um Geschichten, um Fantasie. Ums Rätseln, ums lange Nachdenken und ums Fragen stellen. Kurzum: Wenn dieser Blog ein Fußballspieler wäre, dann wäre er grauenhaft. Also lasse ich ihn gar nicht erst aufs Feld.

Bevor ich mit dem RW-Montag loslege, würde ich euch gern noch einmal daran erinnern, dass ihr herzlich eingeladen seid, Kommentare zu schreiben. Alles was euch auf dem Herzen liegt, was euch am Blog gefällt und nicht gefällt und natürlich Worte, die ich an zukünftigen RW-Montagen benutzen kann, könnt ihr mir als Kommentar schreiben. Anonym und ohne Anmeldung, einfach unter den Post scrollen. Also dann, ich freue mich auf euer Kommentar und auf gehts mit dem RW-Montag.

Die Würfel sind gefallen und haben sich für...

arkan, haken und Mineralwasserflaschen entschieden.

Wie man mit Mineralwasserflaschen eine Uhr an die Wand haken kann, weiß nur die arkane Flaschenhakergesellschaft. Wer in diesen Club eintritt, ist selber schuld - dort wieder rauszukommen ist schwieriger als den Kellner im Restaurant zu überzeugen, dass man eine gratis Mineralwasserflasche bekommen sollte, weil man Scientology angehört. Die Wirkung der Rabattguscheine von Scientology ist zwar direkt auf diese daraufgeschrieben, aber dreimal verschlüsselt und sie muss erst aufgerubbelt werden. Für den Kellner ist das dann doch zu arkan, er will Zahlen sehen. Das ist bei der Flaschenhakergesellschaft besser geregelt. Dort sind Gutscheine für 15 % auf eine Mineralwasserflasche unter ein Klemmbretter gehakt, die sich jedes Mitglied für einen lächerlichen Euro erwerben kann. Welch ein unglaubliches Geschäft. Kein Wunder, dass die Flaschenhakergesellschaft so arkan ist. Wenn jeder Mensch dieses Angebot annehmen würde, würde mit Sicherheit die ganze Ökonomie zusammenbrechen. Natürlich, weil das Angebot so gut ist, versteht sich ja von selbst.

Arkan. Das wäre beim Klugscheißerdonnerstag wahrscheinlich besser aufgehoben. Arkan bedeutet soviel wie geheim, nicht/schwer zugänglich. Wie eben schon als Beispiel genannt, ist eine Sekte wohl das beste Beispiel.
Subjektiv sind für mich zur Zeit viele Sachen arkan. Das Geheimnis, wie man einen Job findet, der geheime Club der vielbesuchten Blogs und natürlich der Eintritt in die Flaschenhakergesellschaft. Da ich gerade erst die Bedeutung des Wortes arkan gelernt habe, kann ich euch leider von keinen tollen Erfahrungen berichten, die ich mit diesem Wort gemacht habe. Außerhalb von einer Reihe von Videospielen, die diesen Begriff für ihre Zwecke missbrauchen, habe ich von dem Wort allgemein noch nichts gehört. Hatten wir nicht neulich bei einem Klugscheißer-Donnerstag noch ein anderes Wort, das ein Synonym zu geheim ist? Manchmal ist es wirklich nicht notwendig, alle Begriffe zu kennen. Zumindest im Alltag. In einem Buch oder einer Geschichte könnte man das vielleicht unterbringen.

Haken. Haken allein benutzt man fast so selten wie arkan, nämlich wenn man sagen will, dass man etwas irgendwo (mit einem Haken) festgemacht hat oder wenn etwas hängenbleibt, wie etwa der Schlüssel im Schloss. Damit man das Wort öfter benutzen kann, muss man ein paar kleine Silben davorschieben. 
Abhaken verbinde ich nur mit guten Gefühlen. Lehrer, die vor deinen Augen deine Arbeit inspizieren, keine Fehler verbinden und alles abhaken müssen. To-Do-Listen, deren unabgehakte Kästchen sich Schritt für Schritt verringern. Oder sei es auch nur gedanklich das Thema abzuhaken, mit dem man für immer abgeschlossen hat.
Nachhaken stellt für mich manchmal ein Problem dar. Und zwar insofern, dass ich nicht weiß, wann ich nachhaken soll und wann ich es bei der Sache belassen und keine weitere Fragen mehr stellen sollte.
Enterhaken ist das coolste -haken Wort.
Sich unterhaken ist was für kleine Kinder.
Bettlhaken ist ein Rechtschreibfehler.

Mineralwasserflaschen. Kürzlich hatten wir schonmal das Wort Kohlensäure an einem RW-Montag, also werde ich versuchen, dass sich die Themen nicht überschneiden.
In meinem Leben habe ich schon so gut wie mit allen Wasserbehälter-Varianten dieser Welt Erfahrung gemacht. Glasflaschen, Plastikflaschen, Waterpacks, Thermos-Flaschen; 0,5, ein und zwei Literflaschen, mit oder ohne Kohlensäure, mit Aromen versetzt oder natürlich und so weiter und so fort. 
Wasser bleibt Wasser. Gefühlt kann es durchaus einen Unterschied machen, ob man aus Cocktail-Glas, Trichter, Becher, Plastik- oder Glasflasche trinkt und ob das Wasser kalt oder warm ist. Seinen Zweck erfüllt es aber so oder so. Worauf  es allerdings ankommen könnte, ist die Qualität des Wassers. Normalerweise trinke ich Wasser aus dem Supermarkt. Früher hatten wir auch mal eines dieser Sprudelgeräte, mit dem man aus Leitungswasser, nun, wie der Name schon sagt, Sprudelwasser, beziehungsweise Wasser mit Kohlensäure machen konnte. Von unbearbeitetem Leitungswasser nehme ich normalerweise Abstand. Warum weiß ich auch nicht so genau. Leitungswasser in Deutschland sollte ja generell trinkbar sein. Ich schätze, ich bin verschreckt, weil ich unabsichtlich schon Erfahrung mit sehr verkalkten Wasserhähnen machen musste. Nicht der schlimmste Geschmack auf Erden, aber auch nicht gerade wünschenswert. In Ghana war es noch schlimmer, da wurde uns gesagt, wir sollten vorsichtshalber nichtmal beim Mundspülen nach dem Zähneputzen mit dem Leitungswasser gurgeln. Nein, dazu "musste" man Trinkwasser benutzen. Die Anführungszeichen, weil wahrscheinlich sowieso nichts passiert wäre, aber sicher ist eben sicher. Jedenfalls gab es dort das Trinkwasser zumeist eben nicht in Flaschen, sondern in diesen Water Packs.
Und ich muss sagen, nach einer Weile habe ich Flaschen wirklich nicht mehr vermisst. Der große Nachteil dieser Dinger ist, dass sie nicht wiederverschließbar sind. Nach einem ersten etwas größeren Schluck sind sie aber standfester, als man vielleicht vermuten würde, auslaufen sollte also kein Problem sein. Der große Vorteil ist, dass man sein Water Pack meist in einem Rutsch austrinkt, sie wie dutzende angetrunkene Flaschen anzuhäufen, was leider eine meiner Eigenarten ist, wird einem also nicht passieren. Da es aber selbst nach wochenlanger Übung beim Öffnen noch zu Sauereien kommen kann, fällt meine Wahl aber wohl doch auf die Mineralwasserflaschen.


Und das war es dann auch schon wieder mit dem RW-Montag. Wie versprochen, vollkommen fußballfrei. Also dann, habt Spaß, tretet keinen arkanen Machenschaften bei und trinkt eine leckere Flasche Mineralwasser, ich verspreche euch, es gibt keinen Haken!

Schöne Schlussworte: "Man kann die Erkenntnisse der Medizin auf eine knappe Formel bringen: Wasser, mäßig genossen, ist unschädlich." - Mark Twain

Samstag, 14. Juni 2014

Nachtwanderung




 Nachtwanderung Teil I

Endlose Fragen und Probleme. Sie tummeln sich in meinem Kopf wie Kinder an Halloween, die so lange an meiner Tür klingeln, bis sie bekommen, was sie wollen. Doch ich kann ihnen nicht helfen, ich habe keine Süßigkeiten im Haus. Die einzige Lösung wäre, für eine Weile zu verschwinden, um später mit einer großen Auswahl dieser Zahnarztprovisionserhöher zurück zu kommen. Doch sie lassen mich nicht. Sie kratzen und treten gegen die Tür, betäuben mich mit ihrem Schrei nach Aufmerksamkeit. Ob ich ihnen gerne geben würde, was sie wollen? Gott verdammt, natürlich würde ich das.
   Aber ich kann nicht. Es sind zu viele. Und alle wollen sie etwas Verschiedenes. Lakritz! Schokolade! Gummibärchen, aber nur die gelben! Sie erdrücken mich, ich muss hier raus.

Ich versuche wirklich, nicht vor meinen Problemen davonzulaufen, doch manchmal geht es nicht anders. Es fällt mir schwer, auch nur auf einen klaren Gedanken zu kommen, in diesem Zustand werde ich auf meine Fragen und Probleme keine Antwort finden. Dazu muss ich zuerst meinen Kopf frei kriegen. In solchen Situationen hilft es mir immer, ein bisschen an der frischen Luft spazieren zu gehen. Dass gerade tiefste Nacht ist, trifft sich umso besser; ich möchte mit meinen Gedanken allein sein.
   Schlüssel geschnappt, Jacke und Schuhe an und ab mit mir. Je schneller desto besser - wenn ich noch länger in dem von mir erschaffenen Chaos sitze, verklumpt mein Verstand noch endgültig zu Brei.

Die frische Abendluft tut gut, richtig entspannen kann ich aber erst, sobald mein Haus außer Sichtweite ist; weit muss ich dafür zum Glück nicht gehen. Nachdem auch das geschafft ist, kann ich einen Teil meiner Anspannung abzulegen. Wie bei einer alten Balkenwaage senken sich sogleich meine Schultern, während mein Blick sich langsam erhebt. Jetzt, da das Gewicht neu und vor allem richtig verlagert ist, fühle ich mich schon deutlich besser. Nur noch ein kurzer Blick, ob ich zu dieser Zeit denn auch wirklich allein auf den Straßen unterwegs bin. 
   "Ahh, verdammt", stoße ich aus Versehen halblaut aus und halte mir die Hand an den Kopf. Vor meinen Augen hat sich die Welt in ein verpixeltes Computerspiel verwandelt und alles schwimmt umher. Verärgert schüttele ich meinen Kopf, um die Illusion abzuwerfen und murmele in mich hinein: "Ich muss mir wirklich angewöhnen, mehr Wasser zu trinken." Entweder bin ich zu faul oder ich denke schlicht nicht daran, jedenfalls endet es fast immer damit, dass ich, wenns hoch kommt, nur die Hälfte der empfohlenen Tagesmenge zu mir nehme. Und die Sommerhitze macht dieses Dehydrationsproblem auch nicht gerade besser.
   Zurück zum Straßenbild. Glück gehabt, man weiß ja nie, welch mysteriöse Gestalten sich um diese unmenschliche Zeit so herumtreiben, doch heute bin ich die einzige. Zumindest dachte ich das in diesem Moment. 
   Wohin soll ich gehen? Ein Winkel dieses Rentner-Städtchens ist langweiliger als der andere und für interessante Nachtspaziergänge eignet sich die Umgebung sowieso nicht. Es ist völlig gleich, welche Himmelsrichtung ich einschlage. Ich weiß nicht nicht, ob ich das beruhigend oder frustrierend finden soll. Wie sehr wünsche ich mir ein Leben, in dem ich keine Fehler machen kann. Ein Leben, in dem nichts was ich mache, irgendwelche Konsequenzen hat. Keine Enttäuschungen, keine traurigen Gesichter, kein "das hab ich mal wieder ordentlich verkackt"- Gefühl. Wenn man sich den Gedanken ein zweites Mal durch den Kopf gehen lässt, stellt man jedoch fest, dass solch ein Leben noch viel schlimmer wäre. Wir Deutschen haben uns dafür ein Sprichwort ausgedacht: No risk, no fun! Warum wir uns dazu entschieden haben, es in der englischen Sprache zu verfassen, weiß keiner so genau.Eine andere deutsche Variante ist Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und beide Sprichwörter haben recht: Wenn man weiß, das nichts schief gehen kann, kann man sich dann überhaupt noch auf irgendetwas freuen? Kann man dann noch stolz auf seine Erfolge sein? Ist so ein Leben lebenswert?
   Während ich den Gedanken zu Ende denke, bemerke ich aufeinmal, dass meine Beine sich schon längst entschieden haben, welchen Weg sie einschlagen wollen. Also gut, dann eben diese Richtung. Nicht gerade optimal, aber was solls - No risk, no fun. Schritt für Schritt nähere ich mich dem Einzigen, dem ich bei dieser Dunkelheit aus dem Weg gehen wollte. Plötzlich dringt ein dumpfes Geräusch aus der Ferne in meine Ohren. Ich bin nicht allein.

Fortsetzung folgt...


Eine Einleitung empfand ich an dieser Stellem als unpassend und habe darum einfach losgelegt. Wahrscheinlich ist euch bereits aufgefallen, dass dies der Story-Samstag ist. Wenn ihr nocheinmal ganz kurz nachlesen wollt, worum es dabei geht, dann könnt ihr das gerne hier tun.

Zu meiner Überraschung fiel es mir, um ehrlich zu sein, ziemlich schwer, jede Woche eine komplett neue Geschichte auszudenken. Also versuche ich es mal mit einem Mehrteiler. Zu einem gewissen Anteil wahren Erlebnissen nachempfunden und zu einem gewissen Anteil Sachen dazuerfunden, damit es spannender wird. Wie groß diese Anteile sind, könnt ihr selbst für euch entscheiden. Oder lest es ganz einfach als normale Geschichte, wie jede andere auch.

Die nächste Woche wird doppelt soviel gepostet wie normalerweise, um zumindest eine Woche nachzuholen. Und diesmal meine ich es Ernst. Einen festen Plan, kann ich euch daher nicht geben, vielleicht wird am Sonntag gepostet, vielleicht am Mittwoch und vielleicht am Dienstag zweimal. Wer weiß.

Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende, schwitzt euch nicht zu Tode und habt noch viel Spaß.

Schöne Schlussworte: "Sonnenschein ist köstlich, Regen erfrischend, Wind fordert heraus, Schnee macht fröhlich; im Grunde gibt es kein schlechtes Wetter, nur verschiedene Arten von gutem Wetter. " - John Ruskin

Freitag, 6. Juni 2014

Factum fieri infectum non potest

Seid mir gegrüßt, mein Sympathisantentum (Anhängerschaft, Sympathisanten).

Viele Donnerstage ohne Klugscheißen sind nun passé (vergangen, vorbei). Eure stille Revolte (Auflehnung einer kleineren Gruppe gegen bestehende Verhältnisse) hat Wirkung gezeigt. Das Resultat (Ergebnis): der Klugscheißer-Donnerstag ist zurück. Neuer Impetus (Antrieb) ist da, jetzt muss ich nur noch Wörter finden, die wir entweder noch nicht hatten oder klandestin (heimlich) welche benutzen, die euch mittlerweile schon wieder entfallen sind.

Per se kann ich, denke ich, annehmen, dass doch das eine oder andere Wort bei euch hängengeblieben ist. Zu erwarten, dass ihr noch alles wisst, wäre allerdings aberwitzig (unsinnig), immerhin kann ich mich selbst kaum noch an die Hälfte erinnern, was nicht zuletzt dem inkonsistenten (nicht regelmäßig, ohne Dauer) Auftauchen des Klugscheißer-Donnerstages zu verdanken ist. Ergo: Meine Schuld.

Kürzlich habe ich mit euch das Arrangement (Abmachung) getroffen, ich würde euch  nicht mehr bitten, mir zu pardonieren (verzeihen) oder ich müsse einen Besen konsumieren (aufbrauchen, verspeisen - in diesem Falle letzteres). Infolgedessen werde ich es diesmal nicht tun. Factum fieri infectum non potest (was geschehen ist, kann nicht ungeschehen gemacht werden). Also lasst uns nicht rekapitulieren (noch einmal vergegenwärtigen), was falsch gelaufen und lasst uns einfach kontinuieren (fortfahren, weitermachen) wie initial (ursprünglich) intendiert (geplant).

Apropos (übrigens; da wir gerade davon sprechen) intendieren: ich hatte eigentlich vor, quotidian (täglich) Tagebuch zu führen, de facto (tatsächlich) sind die Seiten der letzten Monate aber unbeschrieben.Theoretisch ist es sowieso recht repetitiv (sich wiederholend), da bei mir zur Zeit nicht viel Spannendes passiert. Immerhin war es aber eine Art Tradition als ich in Ghana war und damals habe ich es konsequent (beharrlich, zielstrebig) 100 Tage in Folge durchgezogen. Also so ziemlich exakt die selbe Konstellation (Gesamtlage), wie mit dem Blog gerade. Scheint, als wäre es an der Zeit, für beides eine Lösung zu finden.

Damit ist das Schreiben des Klugscheißer-Donnerstag Posts absolviert (erledigt, bewältigt). Ich hoffe, ihr hattet Spaß, ich wünsche euch noch einen schönen Tag und haut euch ein paar leckere Sachen auf den Grill.

Schöne Schlussworte: "Die alten Wörter sind die besten und die kurzen die allerbesten." - Winston Churchill

Montag, 2. Juni 2014

Das Geheimnis der Elitetruppe

Aloha.

Wie gehts, wie stehts? Von mir aus könnt ihr mir auch erzählen, wie es liegt, das liegt ganz bei euch. Wie in letzter Zeit schon häufiger, habe ich noch ein bisschen was nachzuholen. Darum ist heute Verschwörungstheorie-Dienstag dran, auch wenn eigentlich Montag ist.

Falls ihr irgendwann genug von einem bestimmten Tag haben solltet, sagt mir ruhig Bescheid. Nicht alles ist für die Ewigkeit gemacht. Uns fällt bestimmt noch was Neues ein, wenn es uns mit der momentaren Zusammenstellung je zu langweilig werden sollte.

Noch ist es aber ganz gut auszuhalten, also geht es jetzt los mit dem Verschwörungstheorie-Dienstag.

Verschwörungstheorie Nummer 1:

http://de.wikipedia.org/wiki/Saatzucht

In Zuchtgärten pflanzt man normalerweise nur langweiliges Grünzeug. Nicht so in dem aus unsere Verschwörungstheorie. Da wird etwas ganz anderes gezüchtet...

eine http://de.wikipedia.org/wiki/Elitetruppe.

Um mit den französischen Titicaca-Frosch-Soldaten, die ich euch letztes Mal  vorgestellt habe, mithalten zu können, brauchen wir eine Geheimwaffe. Eine geheime Elitetruppe, die im Zuchthaus ausgebildet wird. Nein, nein, nicht so ein Zuchthaus, eins mit Pflanzen! Was ist das denn in letzter Zeit mit diesen ständigen Verwechslungen? Und warum wird diese Elitetruppe in so einem Zuchtgarten ausgebildet? Nun, wie wir alle wissen, sind autonom-vegetarisch lebende Soldaten in jeder Hinsicht besser als stinknormale Soldaten, gar keine Frage. Aber da ist noch was. Etwas, dass sie nur in diesen besonderen Gewächshäuern lernen können...

... Kampfvorteile nutzen durch http://de.wikipedia.org/wiki/Extrazelluläre Matrix.

Wie, ihr habt noch nie etwas davon gehört? Ist ja auch kein Wunder oder habt ihr schon mal für mehrere Monate in einer Saatzucht gelebt? Wenn doch, dann solltet ihr eigentlich wissen, was das Geheimnis ist. Sagt aber bloß nichts! Niemand darf jemals erfahren, wie unsere Elitetruppe so stark geworden ist. Die Franzosen würden nicht lange auf sich warten lassen und ebenfalls mit weiteren mysteriösen Trainingstechniken aufwarten. Und eins könnt ihr mir glauben: Wir wollen kein Wettrüsten mit den Titicaca-Frosch-Soldaten.

Verschwörungstheorie Nummer 2: 

Jetzt kommt etwas, das garantiert schonmal in eurer Straße passiert ist. Vielleicht war es sogar euer Nachbar, der die besonderen Eigenschaften dieses Dings für sich entdeckt hat. Die Rede ist natürlich von diesem Ding hier:

... der http://de.wikipedia.org/wiki/Schiffsglocke. Die Schiffsglocke wird unter anderem benutzt, um im Halbstundentakt die Zeit anzusagen, vor allem aber ist sie dazu da, um Warnsignale bei schlechter Sicht zu geben. Es wäre doch absurd dieses Potential nur in der Schiffsfahrt zu verwenden. Schlechte Sicht hat euer Nachbar schließlich auch immer, wenn er seine Brille nicht finden kann. Bevor er seine Schiffsglocke hatte, ist es mehrfach vorgekommen, dass seine Frau ihn, nachdem sie von der Arbeit kam, bewusstlos vorgefunden hat, weil er gegen ein....

...http://de.wikipedia.org/wiki/Scimitar (Waffe) gelaufen war. Das klingt wirklich schmerzhaft. Was für ein Glück, dass ihr so einen robusten Nachbarn habt. Ich würde übrigens lieber mal ein Auge auf ihn werfen, denn, ich weiß nicht, ob ihr es wusstet, aber es ist nicht ganz normal ein Scimitar im Haushalt zu haben. Jedenfalls hat sich euer Nachbar jetzt angewöhnt, die Schiffsglocke zu läuten, wenn er halbblind ohne Brille durch seine Wohnung läuft.

Euer Nachbar ist übrigens Gandhi.

Sobald der Glockenschlag ertönt, verstecken sich sofort alle Scimitare in Hörweite und niemand kommt zu Schaden. Wenn ihr also das nächste mal einen mysteriösen Glockenton in eurer Nachbarschaft hört, dann wisst ihr, was los ist.


So, das wars dann für heute mit verrückten Theorien. Wenn ich dieses Mal keinen Preis für schlechte Photoshops bekomme, dann weiß ich auch nicht. Verdient hätte ich ihn allemal.

Ich wünsche euch allen noch viel Spaß, denkt an die vielen weisen Worte Gandhis und genehmigt euch doch ein bisschen Bratapfel-Püree.

Schöne Schlussworte: "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier." - Mathma Gandhi 

Freitag, 30. Mai 2014

Schokoladengenuss? Interessiert mich nicht.

Wuhu, RW-Montag am Freitag, was kann es Schöneres geben?

Guten Tag, liebe Leute, wir feiern heute, den 150. Tag dieses Jahres. Fast schon wieder die Hälfte rum, kaum zu glauben, was?

Was noch weniger zu glauben ist, ist dass es jetzt auch schon direkt los geht. Schnappt euch eine Packung Chips (vorzugsweise mit Bratapfelgeschmack), etwas zum Trinken und lest noch kurz, worum es hier geht, wenn das euer erstes Mal hier ist.

Unsere drei heutigen 3 Worte sind:

interessieren, Schokoladengenuss, meisterlichster.

Der meisterlichste Schokoladengenuss interessiert mich doch sehr. Mich interessiert das Meiste, das meisterlich ausgeführt wird. Schokoladengenuss interessiert mich sowieso immer, ob er jetzt der Meisterlichste ist oder nicht; Genuss ist Genuss. Natürlich interessiert es mich auch, wie der Schokoladengenuss überhaupt so meisterlich gemacht wird. Gibt es auch Schokoladengenuss, der nicht meisterlich ist? Das würde mich wirklich mal interessieren. Okay, vergesst es, Zartbitter ist die Antwort. Das wird sicher von einigen Firmen und Personen als Hochgenuss angepriesen, aber bei mir wird das Zeug nie hoch im Kurs stehen. Falls sich das eines Tages ändern sollte, würde es mich wirklich interessieren, wie es zu diesem meisterlichen Umdenken kommen konnte.

Interessieren. Interessieren ist leicht. Um sich für etwas zu interessieren, muss man es nicht lieben, ja nicht mal mögen. Meistens ist Interesse gut. Besonders, wenn man Spaß am Lernen hat. Wer in einem Gebiet nichts dazu lernen will, der interessiert sich auch nicht wirklich dafür. Daraus kann man schließen, dass Schule und Arbeit immer interessant gestaltet werden sollte. Es sei denn, man geht als Arbeitsgeber davon aus, dass sich in diesem bestimmten Job in den nächsten Jahren absolut nichts ändern wird. Das halte ich aber für eine vollkommen unrealistische Vorstellung. Ein neues Programm für Buchhalter, eine neue Etiquette für Türsteher, eine neue Arbeitsteilung für Fließbandarbeiter; auch die Berufe, die sich auf den ersten Blick seit Jahrzehnten nicht verändert haben, sind nicht so statisch, wie wir glauben. Alles verändert sich. Und wer sich für seine oder ihre Arbeit interessiert, der kommt auch schneller mit diesen Änderungen zurecht.
Sich nicht für etwas zu interessieren, ist leider genauso leicht. Wenn einem ein Freund von seinem neuen Hobby erzählt, dann schaltet man gerne sein Gehirn auf Durchgang, interessiert einen ja eh nicht, was der da labert oder? Ich finde, ich entscheide mich als Zuhörer häufig zu schnell, ob mich ein Thema interessiert oder nicht. Meistens ist es nur die Spitze vom Eisberg, die man da zu hören kriegt und trotzdem ist das Urteil schnell gefällt.
"Guck mal, was das Finanzministerium plant!" - "Politik? Interessiert mich nicht."
"Du solltest auch mal mitkommen, diese Stadiumatmosphäre ist einfach magisch." - "Sport ist mir total egal."
Natürlich sollte man diese Antworten als Fragesteller auch respektieren. Wenn man sich in der anderen Situation befindet, könnte man es aber doch mal wagen, über den Tellerrand hinauszugucken und noch einmal genau zu untersuchen, ob es einen wirklich nicht interessiert.

Schokoladengenuss. Schokoladengenuss ist gut. In Maßen. Ich weiß nicht, ob das komisch ist, aber ich bekomme relativ schnell genug von Schokolade. Besonders zu Ostern war das immer eine Überdosis. Da gibt es bei mir zwei Möglichkeiten: 
1. Ich esse alles am ersten Tag auf oder 
2. es hält mehrere Wochen bis Monate
Wenn man sich mehrere Tage lang hintereinander den Bauch mit Schokolade vollschlägt, dann verliert sie irgendwie ihre Magie. Dann ist sie nichts Besonderes mehr. Womöglich sorgt sie sogar dafür, dass ich mir einrede, dafür müsse ich mir jetzt extra lang die Zähne putzen. Nach dem ersten Zuckerschub dauert es bei mir dann einfach, bis ich wieder richtigen Heißhunger auf Schokolade bekomme. Und wenn ich gerade sowieso nicht so scharf drauf bin und es nicht genießen würde, dann lasse ich sie eben einfach liegen oder überlasse sie jemandem anderem. Schokolade schmeckt natürlich nie wirklich schlecht und macht immer auch ein klein wenig glücklich, aber ich will die volle Dosis. Kein "Oh ich hab ja noch Schokolade, ich könnte ja ein wenig davon essen, auch wenn ich gerade keinen Hunger habe, habe schließlich gerade nix Besseres zu tun". Nur ein "Ich hab jetzt voll Bock auf Schokolade, boah geil, ich habe ja noch was", kommt für mich in Frage. Das gelegentliche Frustfressen bildet natürlich eine Ausnahme.

Meisterlichster. Meisterlich klingt ja schon besser als alles, was ich kann. Was ist dann erst das Meisterlichste? Das hängt wohl ganz vom Thema ab. Für gewöhnlich stehen die meisterlichsten Taten im Guinness Buch der Rekorde (ich sage immer noch Günnes, mir egal, wie man es richtig ausspricht). Oder meisterlich als Beschreibung in einem Antiquitäten-Laden, denn das Wort klingt wirklich verdammt alt. Meisterlich habe ich sehr lange nicht mehr gehört. Und meisterlichster habe ich genau genommen noch gar nicht gehört. 
Blöder Zufallsgenerator, spuck mal neuere Worte aus. Oder ihr. Ihr könnt mir auch gerne neue Worte zuspucken, wenn ihr wollt. Einfach drei Worte als Kommentar abgeben und ich schreibe alles, bloß das nicht, was ihr erwartet, darüber.
Meisterlich ist ja eigentlich ein schönes Wort, aber eben im Alltag selten gebrauchbar. Vielleicht ist es wirklich veraltet. Vielleicht machen wir heutzutage einfach nichts Meisterliches mehr. Wer weiß. Den Superlativ werde ich sehr wahrscheinlich auch für den Rest meines Lebens niemals in den Mund nehmen. Mit dem Wort schwingt so eine große Ehre mit, die bisher noch niemand, den ich kenne, verdient hat. Und jetzt passt auf, ihr könnt das ändern! Ihr gebt jetzt einfach das meisterlichste Kommentar ab, das ich je gesehen habe. Ja? Nein. Ach, das Wort klingt einfach falsch. Ist im Prinzip ja sowieso das Gleiche wie beste. Nur irgendwie noch besser. Was für eine Ironie.

Mal wieder viel Text. Ich muss gucken, ob ich es in Zukunft nicht noch schaffen kann, den Aufbau ein bisschen aufzupeppen. Wenn sich keine passenden Bilder finden lassen, muss ich mir eben etwas anderes ausdenken. Irgendwas um die Augen zu lockern, damit ihr nicht von dieser Textwand erdrückt werdet.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende, einen Schwall frischer Regenluft und noch viel Spaß.

Schöne Schlussworte: "Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht noch immer geschwinder, als jener, der ohne Ziel umherirrt." - Gotthold Ephraim Lessing

Montag, 26. Mai 2014

Wer die Blume nicht ehrt, ist das Orchester nicht wert

Guten Abend, ihr Sonnenuntergangsbetrachter.

Manchmal ist meine Disziplin wirklich für den Arsch. Jeden Tag nehme ich mir vor, endlich wieder einen Beitrag zu schreiben. Oder zwei oder drei. Weil ich soviel nachzuholen habe. Dann rufe ich den Blog auf, drücke auf neuen Post, schreibe den ersten Satz.
Dann rufe ich den Blog auf, drücke auf neuen Post, schreibe den ersten Satz. Und dann lasse ich mich ablenken, öffne einen neuen Tab und widme mich einem von den größten Zeitfressern, wie etwa Youtube, Twitch oder Reddit. Dann bin ich vielleicht für eine Stunde abgelenkt und komme schließlich zum Blog zurück. Dann schreibe ich ungefähr 3 Zeilen und lasse mich wieder ablenken. Das wiederholt sich dann solange, bis ich beschließe, dass es zu spät für mich geworden ist, um noch etwas Gescheites zu schreiben und ich schlafen gehe. So lief das die letzten Tage und Wochen ab.
Aber so soll es nicht laufen. Ich muss meine verdammten Arschbacken zusammenkneifen und endlich das tun, was ich will und nicht das, was einfacher ist. Hat vielleicht einer von euch einen Tipp, wie man disziplinierter arbeiten kann?

Jetzt kommt der Verschwörungstheorie-Dienstag von letzter Woche, dann der Story-Samstag. Und dann Montag, Dienstag, Donnerstag und Samstag von dieser Woche. Das alles hoffentlich bis Sonntag, damit es dann endlich wieder normal weiter gehen kann. Gott, das kann doch wirklich nicht so schwierig sein oder? In Ghana habe ich das immer geschafft und da hatte ich deutlich weniger Zeit dafür als jetzt.

So, wenn das nicht meine letzte indirekte Entschuldigung, beziehungsweise Begründung für verspätete Beiträge ist, dann fress ich einen Besen. Oder ein Brot mit Käse, Wurst und Nutella drauf. Auch nicht gerade leckerer, aber wenigstens machbar für die Verdauung. Jetzt machen wir aber mal einen Strich unter die Rechnung und legen los.

Heute ist Verschwörungstheorie-Dienstag. Eine alte Verschwörungstheorie besagt, dass man hier nachsehen kann, was das bedeutet.

Letztes Mal habe ich euch drei Möglichkeiten vorgestellt, wie wir den Verschwörungstheorie-Dienstag gestalten können. Normalerweise nehmen wir Möglichkeit 3, letztes Mal haben Möglichkeit 1 probiert, also gehen wir jetzt zur zweiten Methode. Wenn kein weiteres Kommentar von euch eintreffen sollte, werde ich auf Wunsch eines Lesers wieder zu Methode 3 zurückkehren.

Wie immer zwei Verschwörungstheorien und die eins kommt vor der zwei, also legen wir jetzt mit Verschwörungstheorie Nummer eins los.

Verschwörungstheorie Nummer 1

Es war einmal vor langer Zeit, ein außerordentlich kleiner...

http://de.wikipedia.org/wiki/Ches Themann
  
Immer sagten alle zu diesem Ches Themann, er sei viel zu klein, um ein Opernregisseur zu werden. Niemand würde ihn erst nehmen. Alle würden durcheinander spielen, was er auch tue. Ches Themann war zwar außerordentlich klein, sein Ehrgeiz war dafür aber umso größer. Und so schaffte er es tatsächlich eine Opern-Truppe auf die Beine zu stellen. Doch wie ihm alle prophezeit hatten, spielten alle durcheinander. Wie sollte er sich nur ausreichend Respekt verschaffen? Er musste eine Ansprechperson finden. Jemand, der sie alle zur Vernunft bringen konnte. Die beste Musikerin und die zugleich ruhigste Person in diesem Orchester war...

die http://de.wikipedia.org/wiki/Gelbe_Gauklerblume.

Die Legenden besagen, diese Gauklerblume war das größte Talent, das die Welt je gesehen hatte. 


Man kann ihr das Talent förmlich ansehen!

Die Gauklerblume musste schon so einige nervtötende Könige besingen, auf Jahrmärkten für Entzückung sorgen und hin und wieder auch das eine oder andere Ständchen für eine tobende Kindermenge bringen. Und bei all dem noch Ruhe bewahren. Das gehört zum Gauklerleben eben dazu.
Die gelbe Gauklerblume zeigte sich also einverstande, ihr Wissen einzusetzen, um dem kleinen Ches Themann das Orchester zu formen, das er verdient hat. Unter einer Bedingung. Sie wollte etwas als Gegenleistung. Etwas, das jede gelbe Gauklerblume begehrt...

http://de.wikipedia.org/wiki/SG Oftersheim 

Ein Mitglied der SG Oftersheim werden, das ist der Traum einer jeden gelben Gauklerblume. Um zu erklären, wie Herr Themann ihr das ermöglichen konnte, bedarf es aber einer ganz anderen Verschwörungstheorie. Wir haben es also nur geschafft, die Hälfte des Geheimnisses um des winzigen Herr Themanns Erfolg aufzudecken. Vielleicht sehen wir den Guten ja mal wieder, dann können wir ihn nach dem Rest seiner Geschichte fragen.

Verschwörungstheorie Nummer 2

http://de.wikipedia.org/wiki/Militärischer_Verdienstorden_Frankreich 

Dieser Orden wird nicht vielen verliehen. Und normalerweise ist das auch keine große Sache. Eine alte Theorie sagt jedoch, dass ein besonderes geheimes Exemplar dieser Orden verliehen wurde. Lange hat man versucht, zu verhindern, dass jemals jemand davon Wind bekommt, doch jetzt erfahrt ihr es von mir, wer diesen geheimen Superorden bekommen und hat und wie er oder sie ihn sich verdient hat….


Der http://de.wikipedia.org/wiki/Titicaca-Riesenfrosch 


Ich kann euch beruhigen, der ordinär klingende Name dieses Frosches hat nichts mit dem Verdienst des Ordens zu tun. Wenn ich ehrlich sein soll, will ich gar nicht wissen, was man tun muss, um einen Titicaca-Orden zu bekommen. Und die Armee wäre wohl die letzte Instanz, die solch einen Orden verleihen würde. Zumindest die Armee, die ich kenne. Nein, unser lieber Titicaca-Frosch hat seinen Orden natürlich durch…

http://de.wikipedia.org/wiki/Reitweise

Seine eigens entwickelte Reitweise verdient. Auf Pferden, versteht sich. Ich habe ja schon gesagt, dass der Name Titicaca nichts damit zu tun hat. Der Titicaca-Frosch ritt auf seinem Pferd, in dem er sich mit der Zunge an dessen Nacken festhielt, angespannt auf dem Pferd liegend und die Beine in die Luft gereckt. Und wie ihr wisst, machen es alle französischen Soldaten noch heute so. 
Wenn das mal nicht Beweis genug ist!
Ihre Gegner durften natürlich nicht erfahren, dass sie sich diese Taktik von einem Frosch abgeguckt hatten, darum musste es geheim gehalten werden. Dank mir ist diese Verschwörungstheorie jetzt wieder in aller Munde, auch wenn ich mir damit wohl ein paar Feinde unter den Franzosen gemacht habe. Aber wie schlimm kann das schon werden? Ein Baguette auf die Nase zu kriegen tut ja nicht allzu weh.



Ich schwöre, in all den heutigen Verschwörungstheorien steckt ein Fünkchen Wahrheit. Es ist nur gut versteckt. Sehr gut. Ich wünsche euch noch einen schönen Abend, eine gute gereifte Bratapfel-Lasagne und viel Spaß.

Schöne Schlussworte: "Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!" - Max Frisch

Anmerkung: Uuuuuuund ich habe es schon wieder getan. Am Dienstag habe ich angefangen den Post zu schreiben und gegen Samstag war ich dann erst fertig. Und dann habe ich noch ein bisschen nach Copyright-Rechten gegoogelt, habe mich ein bisschen in ein Gratis-Fotobearbeitungsprogramm eingearbeitet, nur um euch dieses unglaublich gute, hochwertige Bild von dem Titicaca-Reit-Soldaten präsentieren zu können. Und dann war auch schon Montag. Naja, immerhin weiß ich es jetzt für die Zukunft einigermaßen, wie sowas geht. Euch aber deswegen noch länger warten zu lassen, das war es wohl nicht wert. 
Also dann, eine neue Woche; ein neuer Versuch. Wollen wir doch mal sehen, ob wir es nicht diesmal schaffen, alles von RW-Montag bis Story-Samstag in einer Woche unterzubringen. 

Sonntag, 18. Mai 2014

Scheinbar ohne Punkt und Komma

Bonjours, mesdames et messieurs.

Ich glaube, lange werde ich es nicht mehr durchhalten, neue Begrüßungsformeln zu finden. Schade, ich fand es eigentlich ganz lustig und hätte erwartet, dass mir deutlich mehr einfällt. Na, sehen wir mal, wie es darum in einer Woche stehen wird.

Heute, ist RW-Montag dran. Und Überraschung, Überraschung, alles andere als einem Montag. Besser spät als nie oder?

Wer vom weltbekannten RW-Montag noch nie etwas gehört hat, der kann das hier nachschlagen. Und jeder der ihn schon kennt, gibt am besten jetzt gleich einen Kommentar ab, bevor ihr es am Ende noch vergesst. Natürlich nur, wenn ihr wollt.

Dann mal ran an den Speck. Keine Kommentare da, heute, also Zufallsgenerator anschmeißen. Der liefert zwar meistens etwas andere Wörter, als ihr vorschlagen würdet, aber das muss ja nicht unbedingt schlecht sein.

Golfspielerinnen, summieren, scheinbar.

Golfspielerinnen summieren sich scheinbar nicht. Scheinbar gehen diesem Hobby, nach wie vor, mehr Männer als Frauen nach. Golfspielerinnen sind jedoch scheinbar besser im Summieren als Frauen mit anderen Hobbys, müssen sie doch immer durch Kopfrechnen ermitteln, wie gut sie sich auf dem Kurs schlagen. Scheinbar schon alles über Golfspielerinnen und co. fertig summiert, also geht es jetzt in die Einzelanalyse.

Golfspielerinnen. Es wundert mich tatsächlich, warum Frauen scheinbar seltener in dem Sport vertreten sind als Männer. An den Voraussetzungen kann es nicht liegen. Für einen kräftigen Schwung braucht man nicht unbedingt Bodybuilder-Muskeln und Ruhe und Präzision haben Frauen ja schon lange, vor allem wenn sie Kinder haben. Dann muss es wohl am Interesse liegen. Männern ist es ja in die Wege gelegt, dass sie gerne einlochen. Und fluchen. Das kann man wohl zu den Hauptbestandteilen des Golfens hinzuzählen. Viel kann ich zu dem Thema leider nicht sagen, mit Golfspielern und Golfspielerinnen habe ich in meinem ganzen Leben noch nichts zu tun gehabt. Selbst mag ich es auch nicht so besonders. Wenn überhaupt, Minigolf.

Summieren. Eine der wenigen Sachen aus dem Matheunterricht, die man nicht vergessen sollte. Eigentlich sollte man ja am besten gar nichts davon vergessen, aber auf das eine Mal, wenn wir Pythagoras im richtigen Leben brauchen, kommen Zigmillionen Situationen, in denen wir summieren müssen. Ja sogar abseits der Mathematik hat sich das Sprichwort, man müsse eins und eins zusammenzählen, durchgesetzt. Plusrechnen ist sowas Alltägliches, das ich nicht mal ein gutes Beispiel nennen kann. Manches Summieren ist ja nicht mal freiwillig. Manche Menschen summieren Schulden oder Gewicht, obwohl sie das überhaupt nicht vorhatten. Das ist doch dämlich. Wir sollten summieren einfach abschaffen, meint ihr nicht auch?

Scheinbar. Scheinbar ist eng verwandt mit den Vorurteilen, die wir erst kürzlich bei einem der RW-Montage behandelt hatten. Wenn man etwas als scheinbar bezeichnet, zieht man oft Schlüsse, wo man keine Schlüsse ziehen sollte. Nehmen wir als Beispiel mal die Schule. Wenn der Lehrer merkt, dass ein Schüler, der dafür bekannt ist, in Mathe immer eine 5 zu schreiben, jetzt plötzlich bei der Arbeit eine 1 raushaut, dann hat er scheinbar geschummelt. Das kann dem Schüler einige mühselige und unangenehme Gespräche einbringen, obwohl er tatsächlich diesmal viel dafür gelernt hat und es verdient hat.
Man kann dieses scheinbar aber auch zu seinem Vorteil nutzen. Viele Lehrer stellen Fortschritt über Leistung. Vor allem im Sportunterricht und in Kunst, da dort die Benotung oft nicht durch einen schriftlichen Test erfolgen kann. Nehmen wir als fiktives Beispiel mal den Dauerlauf. Jemand, der am Anfang des Jahres 3 Minuten durchgehalten hat und sich dann nach und nach auf 10 Minuten steigert, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit gleich oder sogar besser benotet, als jemand der von Anfang an 12 Minuten durchgehalten hat und sich auch nicht gesteigert hat. Viele von euch werden jetzt sagen, das ist nicht fair und das macht auch nicht jeder Lehrer so. Damit habt ihr auch Recht, aber stellt euch doch mal die Situation des Lehrers vor. Er wird vermutlich ungeheuer stolz sein, dass seine Couch-Potato sich jetzt doch zum Gelegenheitssportler gemausert hat. Und wahrscheinlich sieht er sich als wesentlichen Bestandteil für die Entwicklung des Schülers. Das Gefühl, bei den Schülern etwas erreicht zu haben, ist eines der höchsten Gefühle für den Mentor und dieses Gefühl will er zurückgeben, in dem er den Schüler mit einer guten Note belohnt. Was kann man dem Lehrer denn für einen Vorwurf machen, wenn er Manches deshalb doch eher subjektiv, als objektiv bewertet? So ticken normale Menschen eben. Lehrer sind keine Roboter, auch wenn das in manchen Fällen wünschenswert wäre.
Nachdem ihr dieses Merkmal des menschlichen Verstandes durchschaut habt, könnt ihr es schließlich zu eurem Vorteil nutzen. Wenn ihr das erste Mal auf euren neuen Lehrer, Chef oder sonstiges trefft, gebt einfach nicht 100 %. Lauft ein bisschen langsamer, zeichnet ein bisschen krakeliger, als ihr es eigentlich könntet. Lasst Platz nach oben, den ihr mit Leichtigkeit erklimmen könnt. Anzumerken ist, dass das doch ein wenig unmoralisch ist und euch eure Klassenkameraden sehr wahrscheinlich hassen werden, sobald sie euren Plan durchschauen. Außerdem gebe ich keine Gewähr, dass das alles 100 % der Wahrheit entspricht. Die Theorie enstpringt meinen persönlichen Erfahrungen, Versuchen auf eigene Gefahr.

Zuerst einmal Entschuldigung, an alle, die die Schulzeit schon lange hinter sich haben und sich nicht im Entferntesten für diese Verschwörungstheorie interessieren. Mehr ist es nämlich auch nicht. Meine eigene kleine (ernstgemeinte) Verschwörungstheorie. Wenn man sich irgendwann mal länger über sowas Gedanken gemacht hat, will man es dann leider auch loswerden, ob es nun richtig ist oder nicht.

Herzlichen Glückwunsch, dass ihr es bis hier unten geschafft habt, ich wünsche euch noch viel Spaß  und einen Bratapfel-Smoothie mit Schirmchen.

Schöne Schlussworte: "Das Gewissen ist die Wunde, die nie heilt und an der keiner stirbt." - Friedrich Hebbel

Donnerstag, 15. Mai 2014

Songtext mal anders

Ahoi, Matrosen.

Ich hätte das Sommerwetter nicht so preisen dürfen. Es kam, wie es kommen musste. Regen, Regen, Regen. Jeden Tag. Ich schätze, jetzt müssen wir uns alle neue Regenschirme kaufen und die Pflanzen nach draußen stellen, dann scheint bestimmt wieder die Sonne.

Letzes Mal hat ein Leser oder eine Leserin ein Kommentar mit dem Songtext von Küssen kann man nicht alleine von Max Raabe hinterlassen, mit der Anmerkung, dass sich doch ein paar interessante Worte in diesen Lyrics verstecken. Der Meinung bin ich auch, nur was man mit diesen Worten denn nun machen soll/kann ist nicht ganz aus dem Kommentar hervorgegangen. 

Da jetzt Story-Samstag dran ist, schlussfolgere ich, wir machen eine Geschichte draus. Bin ich nicht ein Meisterdetektiv? Ich bin allerdings nicht gerade geübt im Umgang mit romantischen Geschichten, also ersetzen wir jedes küssen durch wippen und geben dem Ganzen einen etwas anderen Hintergrund.

Der Name Story-Samstag erklärt sich zwar eigentlich schon von selbst, wenn ihr aber trotzdem nochmal nachgucken wollt, worum es geht, dann könnt ihr das hier tun.

Wippen kann man nicht alleine

Links. Rechts. Nordnordost. Wohin er auch blickte, es war keine Menschenseele in Sicht. Er war völlig allein auf dieser Welt. Nicht, dass ihm das irgendetwas ausgemacht hätte.
  "Ich brauche niemanden. Nein, nein, niemanden." 
Er legte eine kurze Denkpause ein, schaute sich nochmal um und verfiel dann in manisches Gelächter: "Hihihi, Nie-Man-Den", in solchen Momenten der Klarheit mochte er es, Wörter in die Länge zu ziehen.
  "Ich kann gegen mich selbst Schach spielen und ich gewinne immer. Im-Mer, hihihi. Und ich kann alles für mich allein haben und muss niemals teilen", murmelte er mit plötzlich ernster werdender Miene. "Mama hat immer gesagt, das wäre unmoralisch und falsch." Mit dem letzten seiner Worte begannen sich seine Mundwinkel wieder nach oben zu schieben. "Aber Mama ist nicht mehr da. Niemand ist mehr da, hihihi."
  In all der Zeit, die er allein mit sich verbracht hat, konnte er sich eine Vielzahl von Dingen beibringen, zu der man normalerweise mehrere Personen gebraucht hätte. Er hat gelernt, alleine einen Tauzieh-Wettbewerb zu veranstalten, er kann gleichzeitig Wasser-Ski fahren und das Boot manövrieren und er hat eigenhändig alle Rekorde im Staffellauf gebrochen.
  "Gott ist das frustrierend!", brüllte er, seine ruhige Fassade durchbrechend. "Was nützt mir all das? Es wird nie wieder so sein wie früher." Seine Stimme erstickte in Tränen der Wut und Verzweiflung.
  Es war eine der wenigen Erinnerungen, die ihm geblieben sind. Dieser Tag. Das Wetter war so unglaublich schön, die Vögel zwitscherten die wunderbarsten Melodien, die er je in seinem Leben gehört hatte. Seine Mutter hatte sich freigenommen, um mit ihm zum Spielplatz zu gehen. Auf dem Weg dahin hatte er einen Dollar gefunden und seine Mutter hatte gesagt, er dürfe ihn ausgeben für was er wolle. Und dann gingen sie gemeinsam zur Wippe. Stundenlang probierten sie aus, wer wo sitzen musste, damit sie gleich viel wogen. Und jedes Mal wenn einer von ihnen runterfiel, konnte er sich vor Lachen kaum halten. Es war der schönste Tag seines Lebens.
  Mit leerem Blick starrte er gegen die Wand: "Wippen. Wippen kann man nicht alleine. Dazu braucht man einen anderen Menschen", entrann es seiner heiseren Kehle.
  Plötzlich hörte er Schritte. Er erstarrte zu Stein und versuchte sich keine Angst anmerken zu lassen. 
  "Auf geht's Männer", sie sprachen seine Sprache, "holt ihn für ein Weilchen aus seiner Gummizelle raus. Aber lasst die Zwangsjacke an."
  Nachdem der Patient seine tägliche Frischluft-Pause hinter sich hatte und wieder in seiner Zelle saß, konnte der Praktikant seine Neugier nicht länger an sich halten: "Was ist denn mit dem Mann?"
  Der Oberarzt grunzte leicht, ehe er sich dem Praktikanten  zuwandte. Es war nicht das erste Mal, dass er diese Geschichte erzählen musste. "Armer Kerl. Sitzt die ganze Zeit in seiner Ecke und fantasiert. Immer wenn wir ihn rauslassen, ist sein einziger Wunsch, zu wippen. Das können wir natürlich nicht bewerkstelligen, aber wir versuchen trotzdem immer, es ihm so angenehm wie möglich zu machen. Eigentlich aber sinnlos. Kaum sitzt der Mann für zehn Minuten in seiner Zelle, hat er wieder alles vergessen. Harte Vergangenheit, sage ich dir. Wenn ich mal für ein paar Stunden Zeit habe, erzähle ich dir die Geschichte."


So, das war der zweite Story-Samstag. Ich habe euch ja vorgewarnt, dass es nicht allzu romantisch wird. Aber sehr interessantes Thema. Postet gern noch mehr Songtexte und ich werde sehen, was ich daraus machen kann. Oder irgendetwas anderes.


Ich wünsche euch noch viel Spaß, ein deftiges Bratapfel-Gratin und weniger Regen. Es sei denn, ihr mögt das. Dann mehr Regen.

Schöne Schlussworte: "Die Zeit mag Wunden heilen, aber sie ist eine miserable Kosmetikerin." - Mark Twain

Freitag, 9. Mai 2014

Ähh, hmm, tja...schönes Wetter haben wir, oder?

Auf ein Wort, Brüder und Schwestern!

Formidabel, dass wir uns abermals (mal wieder) an dieser Zusammenkunft delektieren (erfreuen) können.

Wer wissen will, worum es hier geht, der kann diese Erläuterung hier in Augenschein nehmen.

Was ist nicht schon wieder für eine Zeit ins Land gegangen? Just an diesem Tag ergibt es sich nun, endlich wieder Klugscheißer-Donnerstag. Neuer Wortmüll (das Wort steht tatsächlich so im Duden, sehr cool) sorgt für mehr Wissen und mehr Wissen sorgt für ein besseres Selbstwertgefühl und ein besseres Selbstwertgefühl sorgt für Hybris (Arroganz) und Arroganz sorgt für Überheblichkeit und Überheblichkeit sorgt für Unvorsichtigkeit und Unvorsichtigkeit sorgt für Unfälle und Unfälle sorgen dafür, dass ihr mich verklagen werdet. Ach du sakrales (heiliges) Exkrement (ihr wisst schon, welches)! Zum Glück ist da aber ein kleiner Makel (Fehler) in der Rechnung. Inwiefern ein besseres Selbstwertgefühl zu Arroganz führt, ist natürlich bei jedem Menschen unterschiedlich. Manch einer bleibt unprätentiös (bescheiden), wenn er einem Menschen das Leben gerettet hat und ein anderer hält sich für das größte, das die Welt je gesehen hat, weil er seinen Hamburger 3 Sekunden schneller essen kann als du.

Ich baue einfach mal darauf, dass keiner von euch so arrogant ist und mich dafür belangen (verklagen) will. Ihr seid doch gentile (nette und liebenswürdige) Menschen, ihr macht das schon nicht.

Langsam potenziert (steigert) sich die Temperatur von lind (angenehm mild) zu richtig warm, der Sommer (der hat leider kein Synonym, wir müssten uns mal selbst eins ausdenken) steht vor der Tür. Längliche fleischige Dinge werden auf Eisengitter gelegt, um verzehrt zu werden; die Stoffumhüllungen, die der Menschen zu tragen pflegt, nehmen in ihrem Umfang ab; die Kosten zur Erwärmung des Hauses tendieren zu fallen und viele zeigen sich euphorisch ob (wegen) des ersten Schwimmbadbesuches. Welch eine schöne Zeit uns doch entgegenkommt.

Da sieht mans mal, auch wenn man kluge Worte benutzt - wenn man nicht weiß, über was man reden soll, landet man irgendwann beim Wetter. Ich hoffe ihr habt heute etwas gelernt, ich wünsche euch noch viel Spaß, esst eine signifikante Anzahl von Bratäpfeln und genießt das schöne Wetter.

Schöne Schlussworte: "Sonnenschein ist köstlich, Regen erfrischend, Wind fordert heraus, Schnee macht fröhlich; im Grunde gibt es kein schlechtes Wetter, nur verschiedene Arten von gutem Wetter. " - John Ruskin

/x/details.png